Auftrittskompetenz Coaching für Führungskräfte Teil 1

Was macht eine gute und überzeugende Präsentation aus?
Die besten Vorträge sind im Grunde so, als würde man beim Essen zusammensitzen und in Ruhe ein Thema besprechen. Je direkter und einfacher, desto besser. Ein guter Sprecher kann seine Inhalte vermitteln, ganz egal, ob ein 16-Jähriger oder ein 80-Jähriger im Publikum sitzt. Albert Einstein hat dieses Prinzip der Einfachheit auf den Punkt gebracht: Kannst du etwas nicht in einfachster Form erklären, hast du es nicht richtig verstanden.
Wie kann das auch bei einem Vortrag über komplexe Sachverhalte funktionieren?
Man muss sein Publikum im Blick haben und sich fragen, was man ihm genau mitgeben möchte – und es auch abholen. Sind es Laien oder Fachleute, zu denen ich spreche, an welcher Stelle stehen sie und wo will ich sie mit hinnehmen? In unseren Auftrittskompetenz Coaching für Führungskräfte versuchen wir im ersten Schritt erst einmal, das Fremdbild der Teilnehmer zu hinterfragen. Wir analysieren ihre Vorstellungen von guten Sprechern. Die meisten orientieren sich an dem, was sie kennen – nur dass diese Vorbilder nicht unbedingt gut sind. Viele Redner verstecken sich hinter Zahlen, Daten, Fakten und Fremdwörtern in überladenen Powerpoint Präsentationen. Gute Vorträge erzählen aber Geschichten und sprechen das Publikum emotional an, denn nur so ist unser Gehirn fähig, Informationen gut und langfristig aufzunehmen. Die Kopplung von Emotionen und Geschichten ist das stärkste rhetorische Mittel, das uns zur Verfügung steht.
Wie findet man die passende Geschichte, um seine Aussage zu unterstreichen?
Storytelling funktioniert am besten mit Vergleichen – mit Geschichten, die am Ende auf dasselbe Fazit hinauslaufen wie die Kernaussage, die vermittelt werden soll. Wenn man sich berühmte Reden in der Geschichte anschaut, zeigt sich, dass die meisten nach genau diesem Prinzip aufgebaut sind: Geschichte – Fazit, Geschichte – Fazit usw. Natürlich gibt es Themen, die eingängiger sind als andere. Wir haben auch viele Kunden aus technischen Branchen, die zunächst der Auffassung sind, dass sie das eigentlich nicht brauchen: Geschichten zu erzählen und Emotionen einzusetzen. Es ist aber auch bei technischen Produkten so, dass das Publikum nichts mitnimmt, wenn man nur auf die Vermittlung von Daten und Fakten setzt. Präsentieren ist wie Verkaufen und das funktioniert nur über Emotionen und nicht mit Argumenten, wie man lange glaubte.
Wie geht man in einer Präsentation richtig mit Emotionen um?
Hier sind zwei Ebenen zu berücksichtigen. Da ist zum einen die Emotion des Publikums als Reaktion auf die Präsentation. Es ist wichtig, vorab zu überlegen, was für eine Emotion will ich durch die Geschichte auslösen, die ich erzähle. Zum anderen ist die Frage, welchen Grad an Emotionen zeige ich selbst auf der Bühne, um mein Publikum damit anzustecken. Emotionen werden im Normalfall nur durch andere Emotionen geweckt, verantwortlich dafür sind die so genannten Spiegelneuronen. In unseren Seminaren zur Auftrittskompetenz lernen die Teilnehmer, ihre Emotionen in Präsentationen zu zeigen und zu kontrollieren. Durch Emotionen wird das Publikum empfänglich für eine Botschaft, wenn diese richtig dosiert sind und kanalisiert werden. Wenn jemand vorne am Rednerpult monoton etwas abliest und keine Emotionen zeigt, dann hat auch das Publikum keine und geht so uninspiriert aus dem Raum, wie es hineingekommen ist.
Wie kann das umgesetzt werden?
Ein sicheres Auftreten ist hier sehr wichtig. Es hat viel mit Selbstvertrauen und Mut zu tun, vor Menschen zu treten und sie zu überzeugen. Es herrscht hier oft die Angst, Fehler zu machen oder etwas «Falsches» zu sagen, und die gilt es zu überwinden. Wir arbeiten hierfür in unseren Seminaren für Führungskräfte mit Interaktion und vielen Übungen. Unser Ziel ist es, einen „Safe Space“ zu schaffen, in dem die sich Teilnehmer ausprobieren können und konstruktives Feedback erhalten. Wenn die Teilnehmer in diesem Rahmen einmal versuchen, ein Thema mit einer Geschichte und Emotionen zu verbinden, merken sie schnell, wie einfach und effektiv das eigentlich ist – und das stärkt die Selbstwahrnehmung, das Selbstvertrauen und natürlich auch die Auftrittskompetenz. Wer diese Art der Präsentation erst einmal erfolgreich umgesetzt hat, macht es künftig nie wieder anders – so das Feedback einer großen Anzahl unserer Seminarteilnehmer.